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Seniorensport Tischtennis


1. Wann gehört man zum Seniorenbereich?
2. Tischtennis als Gesundheitssport
2.1 Kursprogramm Gesundheitssport
2.2 Ausbildung zum Präventionstrainer
3. Tischtennis als Wettkampfsport
3.1 „Der Club“
3.2 Seniorensport beim DTTB
4. Vereinsarbeit
4.1 Geselligkeit im Sportverein
4.2 Wie werden Senioren am besten in den Verein eingebunden?


1. Wann gehört man zum Seniorenbereich?

Der demographische Wandel macht auch vor dem Tischtennissport keinen Halt. Viele Menschen werden immer älter und bleiben dabei bis ins hohe Alter fit. Und gerade Tischtennis können die rüstigen Senioren lange auf einem relativ hohen Niveau betreiben, denn der Sport mit dem kleinen Zelluloidball trainiert gleichermaßen Körper und Geist. Außerdem werden spielerisch die Reaktions- und Antizipationsfähigkeit verbessert, was den Seniorensportlern auch im Alltag zu gute kommt.
Wie aber sollte der Tischtennissport für Senioren am besten aussehen und welche Wünsche haben die älteren Spieler?
Wie sieht die gegenwärtige Situation aus und welche Angebote müssen noch geschaffen werden?
Zum Seniorenbereich gehört man ab einem Alter von 40 Jahren. Ab diesem Alter werden spezielle Seniorenwettkämpfe, etwa die Welt- und Europameisterschaften, angeboten. Aber auch ein normaler Ligabetrieb für Spieler „Ü-40“ existiert teilweise.
Bei Seniorenturnieren gehen die Alterklassen von der Altersklasse 40 im Fünfjahresrhythmus hinauf bis zur Altersklasse 75. Mittlerweile gibt es die Altersklasse 80. Auf Grund der stetig steigenden Lebenserwartung der Menschen in den Erste-Welt-Ländern werden wohl bald noch ältere Altersklassen geschaffen.
Bislang wurden auf der Bundesebene nur Mannschaftswettbewerbe der Altersklassen 40 und 50 ausgetragen, doch eine Altersklasse 60 soll bald eingeführt werden.


2. Tischtennis als Gesundheitssport

Die Senioren legen heutzutage soviel Wert auf Gesundheit und Fitness wie nie zuvor. Sie sind viel lebenslustiger, offener, kommunikativer und besser informiert als noch vor 20 oder 30 Jahren.
Tischtennistrainingsprogramme stehen bei den Senioren sowohl für den Bereich Gesundheitssport als auch im Bereich Wettkampfsport hoch im Kurs.
Tischtennis als Gesundheitssport wurde von den Senioren entdeckt, weil es eine gute Möglichkeit ist, körperlich und geistig frisch zu bleiben. Der Tischtennissport hat eine gesundheitsfördernde Wirkung, da das Herz-Kreislauf-System in Schwung gebracht, aber nicht überlastet wird. Außerdem besteht jederzeit die Möglichkeit, eine Pause einzulegen oder das Training für diesen Tag zu beenden.
Neben dem Tischtennis betreiben viele ältere Spieler noch spezielles Ausdauersportarten wie Schwimmen, Rad fahren, Joggen oder Walken, um in Form zu bleiben.

Seniorensport

2.1 Kursprogramm Gesundheitssport

Der Tischtennissport hat im Jahr 2003 als erste Ballsportart überhaupt das Gesundheitssiegel des Deutschen Sportbundes (heute: Deutscher Olympischer Sportbund) verliehen bekommen. Studien der Universität Magdeburg hatten belegt, dass sich der Tischtennissport sehr gut für ein gesundheitsorientiertes Training eignet, welches das Herz-Kreislauf-System trainiert und somit für eine Verbesserung der Ausdauerleistung sorgt.
Da die Lebenserwartung der Menschen immer weiter ansteigt, ist Sport ein gutes Mittel, um gesund und fit zu bleiben und die Lebensqualität im Alter zu steigern oder zu erhalten. Vereine können mit dem Kursprogramm „Gesundheitssport Tischtennis“ neue Mitglieder werben und außerdem für ihr Engagement finanzielle Unterstützung von den Krankenkassen erhalten. Dies macht das Angebot sowohl für die Teilnehmer als auch für die Sportvereine interessant.
Um von den Krankenkassen Zuschüsse zu bekommen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Vom Deutschen Olympischen Sportbund werden nur Kurse gefördert, die mit dem Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“ ausgezeichnet wurden. Dazu muss das Kursprogramm von einem entsprechend ausgebildeten Präventionsübungsleiter (siehe auch Kapitel „Trainerausbildung“) durchgeführt werden. Nur wenn Sportvereine einen solchen Trainer in den Reihen haben, können sie das Qualitätssiegel beim Deutschen Tischtennis Bund oder dem jeweiligen Landessportbund beantragen.


2.2 Ausbildung zum Präventionstrainer

Seit dem 1. Januar 2007 kann der DTTB das Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“ des Deutschen Olympischen Sportbundes für gesundheitsorientierte Angebote in Sportvereinen vergeben. Voraussetzung für die Siegelvergabe ist die Durchführung der Angebote durch einen lizenzierten B-Trainer-Prävention.
Der B-Trainer-Prävention ist dazu befähigt, dieses Angebot im Verein für die spezielle Zielgruppe anzubieten. Dieses Angebot spricht in der Regel ältere Erwachsene (Neu- oder Wiedereinsteiger in den Sport) an und wird normalerweise im Kurssystem durchgeführt. Die Krankenkassen erstatten in der Regel einmal pro Jahr 80 Prozent der Kursgebühren.
Die Ausbildung zum B-Trainer-Prävention gliedert sich in zwei Abschnitte und kann beim WTTV oder DTTB durchgeführt werden. Auch der Landessportbund Nordrhein-Westfalen bietet solche Ausbildungslehrgänge an.
Teilnahmeberechtigt sind Inhaber der C-Trainer-Lizenz. Der erste Ausbildungsabschnitt ist die Ausbildung zur C-Trainer-Lizenz plus Prävention. Diese Ausbildung kann auch als Fortbildung für C-Trainer und B-Trainer anerkannt werden. Danach folgt die Ausbildung B-Trainer-Prävention. Nach erfolgreicher Absolvierung beider Ausbildungsteile erhält man die Lizenz B-Trainer-Prävention.
C-Trainer, die an dieser Ausbildung Interesse haben, können sich bei einem Wochenendlehrgang zunächst zum „C-Trainer plus Gesundheit“ weiterbilden. Dieser Lehrgang wird als Teil der Ausbildung zum Präventionstrainer anerkannt. Darüber hinaus müssen die Kandidaten noch 40 Unterrichtseinheiten besuchen, um die Ausbildung abzuschließen. Neben den tischtennisspezifischen Inhalten werden viele weitere Themenbereiche abgedeckt. Dazu zählen:
• Trainingslehre (Kondition, Koordination, Trainingsplanung)
• Sportpädagogik, -didaktik und -soziologie
• Sportmedizin (Trainingsbelastung, Ernährung)
• Organisationsstrukturen (Kursplanung, Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen, Versicherungen)
• tischtennisspezifische Themen (Techniktraining mit erwachsenen Neu- und Wiedereinsteigern, gesundheitsorientiertes Ausdauertraining, alternative Spielformen mit und ohne Wettkampfcharakter)


3. Tischtennis als Wettkampfsport

Senioren haben im Lauf ihres Lebens – etwa im Beruf – gelernt, auf bestimmte Ziele fokussiert hinzuarbeiten und wissen, dass hierfür ein regelmäßiges Training zwingend notwendig ist.
Besonders die älteren Spieler, die nicht mehr im Berufsleben stehen, reizt der Wettkampf. Sie sehen ihn als positiven Stress an.
Der Reiz des sportlichen Wettkampfs geht auf die Urinstinkte des Menschen zurück. Anstatt in kriegerischen Auseinandersetzungen, bietet der Sport die Möglichkeit, seine Kräfte auf friedlichem Weg zu messen. Hierzu existiert für jede Sportart ein spezifisches Regelwerk, das es einzuhalten gilt.
Der Wettkampf kann dabei sowohl den 5-Jährigen wie den 90-Jährigen faszinieren, wobei es mittlerweile häufig so ist, dass gerade die Kinder und Jugendlichen eher „just for fun“ agieren möchten. Nach langen Schultagen, Leistungsdruck und vollständig verplanten Nachmittagen sehnen sie sich weniger nach einem Leistungsvergleich, als die Senioren, die am Abend ausgeruht und agil in die Sporthalle kommen.
Tischtennis als Wettkampfsport im Seniorenbereich ist durch eine große Vielfalt gekennzeichnet, denn die sportlichen Ambitionen der älteren Spieler sind sehr unterschiedlich. Dies kann von der Vorbereitung auf eine Seniorenweltmeisterschaft bis hinunter zur Teilnahme an einem kleinen regionalen Turnier reichen.

Seniorensport

3.1 „Der Club“

Im Jahr 1999 wurde von 13 Seniorensportlern anlässlich der Senioreneuropameisterschaft im schwedischen Göteborg „Der Club“ gegründet, weil die ambitionierten Senioren ihre Interessen im Deutschen Tischtennis Bund nicht ausreichend vertreten sahen. Mittlerweile hat der eingetragene Verein „Der Club“ etwa 1000 Mitglieder, zu denen bekannte Spieler wie Wilfried Lieck, Manfred Nieswand oder Olga Nemes zählen.
„Der Club“ vertritt dabei in Deutschland die Interessen der wettkampforientierten Tischtennissenioren, also der über 40-Jährigen, bezieht aber auch die Altersgruppe der 30- bis 40-jährigen Sportler mit ein.
„Der Club“ wehrt sich zum Beispiel gegen die Abzocke bei internationalen Turnieren mit zu hohen Startgeldern oder die plötzliche Anhebung der Preise für Übernachtungen im Rahmen von großen Veranstaltungen. Auch sollten preisgünstige Pauschalangebote für Seniorenweltmeisterschaften oder Senioreneuropameisterschaften geschaffen werden.


3.2 Seniorensport beim DTTB

Der Deutsche Tischtennisbund fördert mittlerweile gezielt den Seniorensport. Zum Beispiel wurde Übungsmaterial erstellt, das speziell für die Senioren ausgerichtet ist. Dazu zählen etwa Poster, Broschüren, Leitfäden oder zwei auf Initiative des Breitensportausschusses produzierte Lehrvideofilme („Aktiv und bewegt älter werden mit Tischtennis“).
Im Jahr 2001 wurde beim DTTB der „Ständige Seniorenausschuss“ gegründet, der die Aktivitäten der Senioren im Spitzenbereich koordiniert und die Interessen der Senioren auf oberster Ebene Geltung verschafft. Alle 20 Mitgliedsverbände des Deutschen Tischtennis Bundes haben mittlerweile den Posten eines Seniorenwartes eingerichtet, der die Anliegen und Wünschen der älteren Sportler vertritt.
Ziele des „Ständigen Seniorenausschusses“ sind zudem die Mitgliedererhaltung und Mitgliedergewinnung durch eine zielgerichtete Seniorenarbeit, zum Beispiel durch die Ausbildung von kompetenten Trainern und Übungsleitern für den Seniorensport mit seinen speziellen Anforderungen, etwa im Gesundheitsbereich.
Im Rahmen der German Open 2003 in Bremen wurde das erste Tischtennisseniorencamp ausgetragen, das unter dem Motto „Mittendrin statt nur dabei“ stand.


4. Vereinsarbeit

Senioren können eine Bereicherung für jeden Verein sein. Sie können jüngeren Spielern mit ihrer Lebenserfahrung zur Seite stehen oder Posten im Vereinsvorstand übernehmen, da viele durch ihr langes Berufsleben über nützliche Erfahrungen und Kontakte verfügen.
Viele Senioren suchen nach dem Abschluss ihres beruflichen Lebens eine neue Aufgabe und Herausforderung, die sie im Sportverein finden können. Haben sie einen Posten übernommen, so werden sie ihn in der Regel mit großer Gewissenhaftigkeit erledigen. Die Senioren wissen, dass die Regelmäßigkeit ihrer Arbeit und Anwesenheit unerlässlich ist, um sie bestmöglich zu gestalten. Was sie tun, das machen sie richtig und konsequent.
Senioren können auch am Nachmittag das Training leiten oder wenigstens als Aufsichtsperson fungieren. Auf Grund des immer flexibleren Arbeitsmarktes (Wechselschichten, Spätdienst, Montage, zweiter Wohnsitz) ist es für Vereine sehr schwierig geworden, immer Übungsleiter für die Trainingsstunden zu stellen. Dies gilt besonders für die frühen Nachmittagsstunden ab 15.00 oder 16.00 Uhr. Viele Senioren, die noch oder wieder aktiv sind, haben früher in hohen Klassen gespielt und können Kindern und Jugendlichen noch einiges vormachen. Auch haben sie die nötige Zeit, einen Trainerschein (Assistenztrainer, C-Trainer) zu absolvieren.
In vielen Vereinen bleiben die Trainingsarbeit und der Posten des Schüler- und Jugendwartes an ein oder zwei Personen hängen. Diese spielen aber selbst häufig noch in einer Mannschaft, so dass sie an Spieltagen Probleme haben, die Kinder und Jugendlichen bei Wettkämpfen zu betreuen oder Mannschaften zu Auswärtspartien zu fahren. Auch in diesen Fällen können die Senioren einspringen und etwa mit einer Nachwuchsmannschaft zu Auswärtsspielen fahren.


4.1 Geselligkeit im Sportverein

Gerade beim Tischtennissport können Jung und Alt lange mit- und gegeneinander spielen. In einer komplexen Sportart wie Tischtennis ist viel Zeit und Training nötig, um ein gutes Spielniveau zu erlangen. Auf der anderen Seite kann man aber auch mit relativ wenig Aufwand lange ein ansprechendes Niveau halten.
Im Gegensatz zu vielen andern Sportarten können ältere Spieler beim Tischtennis den jüngeren Sportlern durch ihr erworbenes Spielniveau und ihre taktische Cleverness so manche Niederlage bereiten.
Seniorenmannschaften sind häufig stark durchmischt. Man findet Spieler von 14 bis 70 Jahre und älter. Gerade auf sozialer Ebene kann hier ein reger Austausch stattfinden, der nicht nur einseitig von den älteren auf die jüngeren Spieler sein muss.
Auch wenn ältere Spieler nicht mehr aktiv in Mannschaften spielen möchten, können sie gut durch Hobbygruppen in den Verein integriert werden. Auch können sie einfach am normalen Trainingsbetrieb teilnehmen (entsprechend der Leistungsstärke). Viele Senioren wollen sich keinem Stress mehr aussetzen und spielen lieber in freizeitorientierten Gruppen. Hierbei spielt das gesellige Miteinander beim und nach dem Sport eine große Rolle. Die Senioren sehen sich als Einheit und unternehmen neben dem Sport gemeinsame Aktivitäten, etwa Ausflüge oder Feiern. In diesen Gruppen steht nicht die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern die Geselligkeit, Gemütlichkeit und Lebensqualität der Senioren. Eine solche Gruppe kann für die älteren Sportler ein sozialer Halt im Alltag sein, der ihnen auch über schwierige Lebenssituationen hinweghilft.
Da sie nicht nur Sport, sondern auch Geselligkeit im Verein suchen, bietet es sich an, dass Senioren für sich oder den gesamten Verein beziehungsweise die Abteilung gesellige Treffen, Feiern oder Fahrten organisieren. Sie haben die notwendige Zeit und häufig auch das entsprechende Wissen.
Da es bislang noch vielen Rentnern finanziell recht gut geht, helfen sie ihrem Verein auch häufig mit Spenden weiter, etwa für die Nachwuchsarbeit.

Seniorensport

4.2 Wie werden Senioren am besten in den Verein eingebunden?

• Gleichberechtigung der Senioren im Verein
• Senioren durch Mitarbeit im Verein einbinden (Trainer, Wettkampfbetreuung, Posten im Vorstand, Beratung)
• Seniorengruppe gründen (Seniorensprecher; eventuell Sitz im Vereinsvorstand)
• Trainingszeiten, Hallenzeiten oder eine bestimmte Tischzahl beim Training zur Verfügung stellen
• fester Ansprechpartner für Senioren
• Trainer für Senioren, gerade für Neu- und Wiedereinsteiger
• Schnupperkurse für Senioren anbieten
• Tischtennis als Gesundheitssport anbieten (Gesundheitssiegel des DSB 2003; Krankenkassen ansprechen)
• Tischtennis-Herzsportgruppe gründen (Trainer mit Herzsportgruppenschein notwendig; Krankenkassen ansprechen)
• Spezielles Lehr- und Übungsmaterial für Senioren anschaffen (DTTB)
• Seniorenstammtisch nach Trainingsende einrichten
• Aktivitäten außerhalb der Sporthalle anbieten (Ausflüge, Feiern)
• gemeinsame Fahrten zu Tischtennisveranstaltungen anbieten (Tischtennis-Bundesliga, Landesmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften)
• Ausschreibungen für (Senioren-) Turniere verteilen und die Teilnahme koordinieren
• über Tischtennisseniorencamps informieren
• über Angebote für Senioren-EM und Senioren-WM informieren (eventuell finanzielle Unterstützung für Teilnehmer durch den Verein)

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