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Robotertraining

Der Einsatz von Tischtennisrobotern, auch Ballmaschinen oder Ballroboter genannt, ist eine gute Ergänzung beziehungsweise Abwechselung zum normalen Trainingsalltag. Gerade Kinder und Jugendliche, die ansonsten nicht gerne Systemtraining machen, wollen am Tischtennisroboter trainieren und sind so leichter zum Training zu motivieren.
Welche Möglichkeiten bieten aber diese – nicht gerade preisgünstigen – Geräte für den Trainingsalltag?


1. Wie funktioniert ein Tischtennisroboter?
2. Was können Tischtennisroboter?
3. Was kosten Tischtennisroboter?
4. Wie können Tischtennisroboter im Training eingesetzt werden?
5. Worauf sollte man bei der Anschaffung achten?
6. Übungen


1. Wie funktioniert ein Tischtennisroboter?

Tischtennisroboter werden entweder direkt am Tisch befestigt, stehen auf dem Tisch (Tischgeräte) oder auf einem separaten Ständer (Bodengerät).
Bodengeräte sollten zum leichteren Transport über Rollen verfügen, die man am Einsatzort feststellen kann, um einen sicheren Stand zu garantieren.
Ballmaschinen verfügen in der Regel über ein Fangnetz, das am Tischende montiert wird und in einigen Fällen auch die Seiten des Tisches einschließt (Rundumfangnetz).
Die Fangnetze können dabei entweder am Tisch oder direkt an der Ballmaschine befestigt werden, wobei sich im zweiten Fall die Auf- und Abbauzeit des Gerätes erheblich verkürzt.
Durch die Netze wird ein Herunterfallen der zurückgeschlagenen Bälle verhindert, die entweder in einem Behälter aufgefangen oder direkt zurück in den Roboter geführt werden (Ballpumpe).
Etwa 30 bis 50 Zentimeter über dem Tisch hat die Ballmaschine einen Ballkopf (bei höherwertigeren Robotern normalerweise zwei Ballköpfe), aus dem die Bälle mit Hilfe einer oder mehrerer rotierender Schaum- oder Vollgummirollen ausgeworfen werden.

TT-Roboter

2. Was können Tischtennisroboter?

Grundlegend kann man bei den gängigen Tischtennisrobotern die Ballfrequenz und die Geschwindigkeit des Balles einstellen. Darüber hinaus ist ein schwenkbarer Kopf für wechselnde Platzierungen heutzutage Standard.
Außerdem sollte der Roboter neben Ober- und Unterschnitt auch mit Sidespin einspielen können.
Bei einfacheren Geräten, die nur über einen Ballkopf verfügen, sind jedoch keine Schlagabfolgen möglich, bei denen das Gerät zwischen Ober- und Unterschnitt wechselt. Hierzu ist ein höherwertigeres Produkt mit zwei Ballköpfen notwendig.
Diese Roboter können dann zum Beispiel den ersten Ball mit Unterschnitt in die Rückhand und den zweiten Ball mit Oberschnitt in die weite Vorhand spielen. Auch das Programmieren von Schlagvarianten ist möglich. Die Geräte verfügen über ein Steuerpult mit Drehknöpfen oder Schiebereglern oder haben eine Fernbedienung, über die man den Roboter einstellt.
Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Ballmaschine die Bälle in Bezug auf Platzierung, Tempo, Rotation und Flugbahn auch spielgetreu einspielt.
Bisher ist es technisch und auf Grund der Position des Roboters noch nicht möglich, sehr kurze Bälle spielgetreu einzuspielen. Diesen Wechsel zwischen langen und kurzen Bälle beherrschen Roboter noch nicht. Im Gegensatz zum Menschen kann der Roboter auch nicht spezifisch auf einen Sportler reagieren, etwa auf seine Position zum Tisch oder einen Ermüdungszustand, weswegen das Balleimertraining nach wie vor unerlässlich ist.
Daneben ist bei der Ballmaschine ein Auffangnetz und eine automatische Ballrückführung sinnvoll, so dass man viel weniger Bälle mühsam aufsammeln muss und weniger Trainingsunterbrechungen hat, um den Ballbehälter wieder aufzufüllen.

TT-Roboter

3. Was kosten Tischtennisroboter?

Einstiegsmodelle kosten derzeit ab circa 550 Euro. Die besten Ballmaschinen kosten jedoch über 2500 Euro und sind somit nicht für jeden Verein erschwinglich.
Das derzeitige Topmodell auf dem Markt, der TTmatic 505, stammt vom schwäbischen Hersteller Harald Merkt und kostet in der Basisausstattung 2348 Euro (www.ttmatic.com).
Der Ballroboter ist computergesteuert, doch über Drehknöpfe leicht zu bedienen. Er hat zwei bewegliche Köpfe, wodurch spielgetreue Einspielungen und Wechsel zwischen Ober- und Unterschnitt möglich werden.


4. Wie können Tischtennisroboter im Training eingesetzt werden?

Zum einen dienen Ballmaschinen als Abwechslung und als Motivationshilfe für das Training.
Zum anderen kann man an ihnen die Technik einzelner Schläge gezielt festigen. Da der Roboter die Bälle immer exakt mit dem gleichen Tempo und der gleichen Rotation auf eine Position einspielen kann, muss der Lernende sich nur auf die Schlagausführung konzentrieren. Er muss sich nicht erst zum Ball bewegen, so dass er immer optimal zum ankommenden Ball steht.
Zu viel Training an der Ballmaschine ist aber auch nicht förderlich, da der Spieler so nicht lernt, die Schlagausführung des Gegenspielers wahrzunehmen und die Flugbahn des Balles zu antizipieren. Dies kann nur über Partnerübungen trainiert werden.
Außerdem werden die Bälle häufig nicht spielgetreu genug eingespielt, so dass etwa das Verhältnis von Tempo und Rotation nicht stimmt. Bei modernen Maschinen, die man sehr genau einstellen kann, tritt dieses Problem aber kaum noch auf.
Neben dem Erlernen oder Festigen einzelner Schläge kann man den Tischtennisroboter dazu verwenden, die Beinarbeit zu verbessern.
Durch das Programmieren bestimmter Schlagabfolgen können außerdem gezielt individuelle Schwächen trainiert und behoben werden.
Wichtig ist jedoch, dass immer ein Trainer die Sportler am Tischtennisroboter beobachtet, damit sich nicht falsche Bewegungsabläufe einschleifen.


5. Worauf sollte man bei der Anschaffung achten?

Einen Tischtennisroboter kauft man wegen seines Preises nicht mal so eben wie einen neuen Belag. Bei den Kosten für eine Ballmaschine, will ein Kauf gut überlegt sein, damit der Verein lange etwas davon hat.
Leider kann man Tischtennisroboter nicht ausführlich testen und gegeneinander vergleichen. Man kann sich aber bei anderen Trainern oder Vereinen nach ihren Erfahrungen und den Vor- und Nachteilen ihrer Modelle erkundigen.
Bei Großveranstaltungen, wie etwa der Weltmeisterschaft 2006 in Bremen, präsentieren sich viele Aussteller an den Verkaufsständen. Auch dort sind in der Regel Roboter aufgebaut, die man sich anschauen, erklären lassen und testen kann.

Auf folgende Punkte sollte man beim Kauf eines Tischtennisroboters achten:
• Preis-Leistungsverhältnis
• Verarbeitung – Wurden überwiegend Kunststoff- oder Metallteile verbaut?
• leichter und schneller Aufbau – Müssen nur wenige Teile beim Aufbau zusammengesteckt oder verschraubt werden?
• sicherer Stand – Wie gut ist die Gewichtsverteilung und der Ständer beziehungsweise die Aufhängevorrichtung?)
• Verschleißteile – Sind Verschleißteile wie Rollen als Ersatzteile erhältlich und für welchen Zeitraum garantiert der Hersteller die Nachkaufmöglichkeit für die Teile?
• Garantie – Wie lang ist die Hersteller-Garantie?
• Überhitzung bei Dauereinsatz – Wird das Gerät bei längerer Benutzung heiß und entstehen dadurch vielleicht Schäden?
• Geräuschentwicklung – Wie laut ist das Gerät im Einsatz?
• Gebrauchsanleitung – Gehört zum Lieferumfang eine Gebrauchanleitung in deutscher Sprache und eventuell eine Demo-DVD?


6. Übungen

a) Tischtennisroboter eignen sich hervorragend dazu, einzelne Schläge isoliert zu trainieren:
• Vorhandtopspin
• Rückhandtopspin
• Schuss

b) Des Weiteren kann man am Tischtennisroboter sehr gut Beinarbeitsübungen trainieren:
• Rückhandtopspins aus Rückhand; Vorhandtopspins aus Rückhand; Vorhandtopspin aus Vorhand
• Vorhandtopspin abwechselnd aus Mitte und Vorhand
• abwechselnder Rückhandtopspin aus weiter Rückhand mit Vorhandtopspin aus weiter Vorhand

c) Zuletzt bieten sich spielnahe Schlagkombinationen an:
• Rückhandtopspin auf Unterschnitt aus Rückhand; Vorhandtopspin auf Oberschnitt aus der Mitte; Vorhandtopspin oder Schuss aus weiter Vorhand
• Vorhandtopspin aus weiter Vorhand auf Unter- oder Oberschnitt; Rückhandtopspin aus Rückhand; Vorhandtopspin aus Mitte oder Vorhand

Robotertraining
© 2006 - 2010 by Marcel und Maurice Sillus