Die Tischtennisgrundregeln
• 1. Grundregeln im Einzelwettkampf
• 2. Vorschriftsmäßiger Aufschlag
• 3. Ballwechsel
• 4. Wechsel des Aufschlagrechts
• 5. Der Satz
• 6. Das Spiel
• 7. Zeitspiel (Wechselmethode)
• 8. Grundregeln beim Doppelwettkampf
• 8.1 Ballwechsel
• 8.2 Aufschlag
• 9. Regeln vor 2001/2002
• 10. Gremium für Regeländerungen
1. Grundregeln im Einzelwettkampf
Im Einzelwettkampf spielen zwei Spielerinnen oder Spieler gegeneinander.
2. Vorschriftsmäßiger Aufschlag
Ein vorschriftsmäßiger Aufschlag sieht nach den zurzeit gültigen internationalen Tischtennisregeln folgendermaßen aus:
• der Aufschlag beginnt damit, dass der Ball frei auf dem geöffneten Handteller der ruhig gehaltenen freien Hand des Aufschlägers liegt
• der Aufschläger wirft dann den Ball, ohne ihm dabei einen Schnitt zu versetzen, nahezu senkrecht so hoch, dass er nach Verlassen des Handtellers der freien Hand mindestens 16 cm aufsteigt und dann herabfällt, ohne etwas zu berühren, bevor er geschlagen wird
• wenn der Ball herabfällt, muss der Aufschläger ihn so schlagen, dass er zunächst sein eigenes Spielfeld berührt und dann über das Netz oder um das Netz herum direkt in das Spielfeld des Rückschlägers springt oder es berührt
• im Doppel muss der Ball zuerst die rechte Spielfeldhälfte des Aufschlägers und dann die rechte Spielhälfte des Rückschlägers berühren
• der Ball muss sich vom Beginn des Aufschlags bis er geschlagen wird oberhalb der Ebene der Spielfläche und hinter der Grundlinie des Aufschlägers befinden und darf durch keinen Körper- oder Kleidungsteil des Aufschlägers oder seines Doppelpartners für den Rückschläger verdeckt werden. Sobald der Ball hochgeworfen wurde, muss der freie Arm des Aufschlägers aus dem Bereich zwischen seinem Körper und dem Netz entfernt werden
• es liegt in der Verantwortlichkeit des Spielers, so aufzuschlagen, dass der Schiedsrichter oder der Schiedsrichter-Assistent beurteilen kann, ob der Aufschlag in allen Punkten der Aufschlagregel entspricht
• falls der Schiedsrichter Zweifel an der Zulässigkeit eines Aufschlages hat, kann er beim ersten Vorkommnis dieser Art auf „let“ (Wiederholung) erkennen und den Aufschläger verwarnen
• bei jedem folgenden zweifelhaften Aufschlag dieses Spielers oder seines Doppelpartners erhält der Rückschläger einen Punkt
• verstößt der Aufschläger jedoch eindeutig gegen die Bestimmungen über einen vorschriftsmäßigen Aufschlag, so wird nicht verwarnt, sondern der Rückschläger erhält den Punkt
• in Ausnahmefällen kann der Schiedsrichter die Bestimmungen der Aufschlagsregel lockern, wenn er überzeugt ist, dass ein Spieler sie wegen einer Köperbehinderung nicht einhalten kann
Ein korrekter Aufschlag erfolgt also immer hinter dem Tisch, der so genannten Grundlinie. Anfänger beugen sich oft über den Tisch und schlagen kurz vor dem Netz auf, dies ist aber nicht zulässig. Hinter dem Tisch legt der Aufschläger den Ball in den Handteller der ruhig gehaltenen freien Hand und wirft ihn mindestens 16 cm hoch.
Die Regel, dass der Ball in jeder Phase des Aufschlags sowohl für den Gegenspieler als auch für den Schiedsrichter oder den Schiedsrichter-Assistenten - sofern vorhanden - sichtbar sein muss, wurde in der Saison 2003/2004 eingeführt, um verdeckte Aufschläge zu verhindern, bei denen der Rückschläger den dem Ball mitgegebenen Schnitt nicht erkennen kann.
Berührt der Ball das Netz, sind aber sonst alle Kriterien eines korrekten Aufschlags erfüllt, wird der Aufschlag wiederholt. Bei anderen Aufschlagfehlern, wenn der Ball zum Beispiel das Netz nicht passiert, erhält der Gegner den Punkt. Im Gegensatz zum Tennis hat man hier keinen zweiten Versuch. Dies gilt auch dann, wenn der Aufschläger den Ball lediglich hochwirft und mit dem Schläger verfehlt.
3. Ballwechsel
Ein Ballwechsel wird eingeleitet mit einem Aufschlag. Danach muss man den Ball immer direkt über das Netz - oder um die Netzgarnitur herum - spielen, so dass er auf der Tischhälfte des Gegners aufspringt oder sie berührt. Der Gegner lässt den Ball genau einmal aufspringen und spielt ihn dann über das Netz auf die andere Seite zurück. Der Ball muss also auf jeder Seite genau einmal aufspringen.
Ein Ballwechsel ist beendet, wenn einem der Spieler ein Fehler unterläuft. Dabei kann ein Spieler folgende Fehler machen:
• den Ball über der eigenen Tischhälfte annehmen, bevor dieser den Tisch berührt hat
• den Ball beim Aufschlag mehr als einmal auf der eigenen Tischhälfte aufkommen lassen
• den Ball beim Aufschlag mit einem Körperteil ganz oder teilweise verdecken
• den Ball mehr als einmal mit dem eigenen Schläger berühren
• den Tisch während des Ballwechsels mit dem Körper berühren, zum Beispiel um sich aufzustützen
• den Ball nicht direkt auf die gegnerische Tischhälfte zurückspielen, sondern vorher die eigene Tischhälfte treffen
• ins Netz spielen, so dass der Ball im Aus oder auf der eigenen Tischhälfte aufkommt
• über den Tisch hinaus oder in eine andere Richtung schlagen oder den Ball gar nicht erst bekommen
Wenn einem Spieler ein Fehler unterläuft, dann wird für den Gegner ein Gewinnpunkt gezählt. Ferner wird ein Ballwechsel beendet, wenn der Schiedsrichter das Spiel unterbricht, oder beim Zeitspiel der Ballwechsel nicht rechtzeitig beendet wird.
4. Wechsel des Aufschlagrechts
Das Recht zum Aufschlag wechselt jeweils nach zwei Punkten. Muss ein Satz beim Stand von 10:10 Punkten verlängert werden, schlagen die Spieler nach jedem Punkt abwechselnd auf. Zu Beginn eines Satzes ist derjenige Spieler Aufschläger, der im Satz davor zuerst Rückschläger war.
5. Der Satz
Ein Satz endet, wenn ein Spieler elf Gewinnpunkte erreicht hat und dabei mindestens zwei Punkte Vorsprung hat, zum Beispiel 11:4, 11:9 oder 12:10. Beim Stand von 10:10 geht der Satz in die Verlängerung. Dabei wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt. Der Satz endet dann, wenn sich ein Spieler zwei Punkte Vorsprung erkämpft hat.
6. Das Spiel
Ein Spiel besteht aus mehreren Sätzen, die entweder beim elften Punkt enden oder - nach einem Spielstand von 10:10 - wenn ein Spieler zwei Punkte Vorsprung erreicht. Bei Mannschaftskämpfen sind in der Regel drei Gewinnsätze vorgeschrieben, das heißt, das Spiel endet, wenn einer der Gegner drei Sätze gewonnen hat („best of five“). Dies ist nach höchstens fünf Sätzen der Fall (3:2). Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt. Im entscheidenden letzten Satz, also zum Beispiel bei einem Stand von 2:2, werden die Seiten gewechselt, sobald ein Spieler fünf Punkte erreicht hat. Im Profibereich werden aber auch vier Gewinnsätze gespielt („best of seven“).
7. Zeitspiel (Wechselmethode)
Das Zeitspiel setzt ein, wenn ein Satz nach zehn Minuten noch nicht beendet ist, es sei denn, beide Spieler haben bereits neun Punkte oder mehr erreicht. Beim Zeitspiel wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt. Der Gewinnpunkt wird wie beim normalen Spiel vergeben, mit einer Ausnahme: Wenn der Gegner des Aufschlägers 13mal den Ball erfolgreich zurückgespielt hat, erhält er den Punkt. Das heißt, bei einem Ballwechsel wird der Ball maximal 13mal hin- und hergespielt. Sind noch weitere Sätze zu spielen, dann werden diese auch im Zeitspielmodus durchgeführt.
Das Zeitspiel wurde eingeführt, um die Dauer eines Spieles zu begrenzen. Insbesondere wenn zwei Spieler sehr vorsichtig oder passiv spielen, kann es vorkommen, dass ein Zeitspiel erreicht wird. Bei der Tischtennisweltmeisterschaft 1936 war im Spiel zwischen Aloizy Ehrlich und Farkas Paneth erst nach 130 Minuten der erste Ballwechsel entschieden. Der Ball ging dabei rund 10.000mal über das Netz. Im gleichen Turnier hatte ein Münzwurf das Spiel zwischen Marian Goldberger und Michel Haguenauer entschieden, weil beide nach siebeneinhalb Stunden vor dem fünften Satz stehend k.o. waren. Daraufhin wurde 1937 das Zeitspiel eingeführt - die Dauer eines Satzes wurde auf eine halbe Stunde begrenzt.
8. Grundregeln beim Doppelwettkampf
Beim Doppel spielen je zwei Spieler gegeneinander. Es gelten die gleichen Grundregeln wie beim Einzel. Es gibt wie beim Tennis auch das Mixed. Dabei spielen eine weibliche und eine männliche Person zusammen in einem Team. Es gelten trotzdem dieselben Regeln wie beim Doppel.
8.1 Ballwechsel
Beim Ballwechsel müssen die Spieler - anders als beim Tennis - abwechselnd den Ball spielen.
Beispiel: A und B spielen gegen X und Y. Dann wäre ein korrekter Ballwechsel A, X, B, Y, A, X, B, Y. Im zweiten Satz wäre die Aufstellung so zu ändern, dass Y, B, X, A, Y, B, X, A (oder aber X, A, Y, B, ... - das aufschlagende Team kann zu Beginn jedes Satzes den Aufschläger neu bestimmen) ein korrekter Ballwechsel wäre. Die Aufstellung wechselt nach jedem Satz und im fünften Satz noch einmal nach dem Seitenwechsel.
Im Doppel endet ein Ballwechsel aus den gleichen Gründen wie beim Einzel, aber auch dann, wenn ein Spieler den Ball zweimal hintereinander spielt.
Eine Ausnahme von der Regel, dass die Spieler eines Doppels den Ball abwechselnd spielen müssen, gilt für einen Doppelwettkampf, an dem ein oder mehrere Rollstuhlfahrer beteiligt sind. In diesem Fall darf der Rollstuhlfahrer alle Bälle zurückschlagen, die auf „seine“ Seite gespielt werden - also auf die Tischhälfte links oder rechts von der Mittellinie, wo er mit seinem Rollstuhl gerade steht.
8.2 Aufschlag
Im Doppel wird diagonal aufgeschlagen von der eigenen rechten in die gegnerische rechte Seite.
9. Regeln vor 2001/2002
Die geschilderten Regeln wurden zum Teil im Jahre 2001/2002 eingeführt. Vorher galten unter anderem folgende abweichende Bestimmungen:
• ein Satz endete nach 21 Gewinnpunkten, wenn mindestens zwei Punkte Vorsprung erreicht waren. Beim Stande von 20:20 wurde der Satz verlängert mit wechselndem Aufschlag nach jedem Punkt, und zwar solange, bis ein Spieler zwei Punkte Vorsprung erreicht hatte
• das Aufschlagsrecht wechselte nach fünf Punkten, in der Verlängerung nach jedem Punkt
• das Zeitspiel setzte ein, wenn ein Satz 15 Minuten dauerte
• es wurde mit kleineren Bällen gespielt: früher 38 mm, heute 40 mm Durchmesser
Durch die neuen Regeln soll der Sport vor allem für den Fernsehzuschauer interessanter werden. Die kurzen Sätze sollten mehr Spannungsmomente durch häufigere Entscheidungsphasen bringen, die großen Bälle durch weniger Rotation und Geschwindigkeit den Sport besser beobachtbar machen. Dieses Ziel wurde jedoch auch wegen der Weiterentwicklungen beim Schlägermaterial nicht erreicht, die Ballgeschwindigkeiten sind in etwa gleich geblieben.
10. Gremium für Regeländerungen
Zuständig für die Regeln ist der ITTF-Kongress („Annual General Meeting“). Dieses Gremium tritt normalerweise bei den Tischtennisweltmeisterschaften zusammen und berät über Regeländerungen. Der Deutsche Tischtennisbund DTTB ist nicht Mitglied dieses Gremiums.