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Schiedsrichterwesen


1. Wer kann Schiedsrichter werden?
2. Schiedsrichterausbildung
2.1 Kreisschiedsrichter
2.2 Bezirksschiedsrichter
2.3 Verbandsschiedsrichter
2.4 DTTB-Schiedsrichter
2.5 Internationaler Schiedsrichter
2.6 Internationaler Oberschiedsrichter
2.7 Continental Tournament Referee
2.8 Blue Badge Umpire
2.9 Grafik Schiedsrichterausbildung
3. Aufgaben
4. Entlohnung


1. Wer kann Schiedsrichter werden?

Sport erfreut sich einer großen Beliebtheit. Fit und sportlich zu sein, hat sich in der heutigen Gesellschaft für viele Menschen eine große Bedeutung. Doch die zahlreichen Wettkämpfe von der Kreisebene bis zur internationalen Spitze benötigen Personen, die sie leiten, die Schiedsrichter.
Was sind das für Personen, die die Spiele anderer schiedsen und nur bei kniffligen Situationen in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Am Ansehen oder einer guten Bezahlung kann ihr Engagement nicht liegen, denn finanzielle Vorteile hat man als Schiedsrichter nicht.
Um ein guter Schiedsrichter zu werden, sollte man eine natürliche Autorität ausstrahlen, über eine große Portion Selbstvertrauen, gewisse diplomatische Fähigkeiten und das nötige Fingerspitzengefühl verfügen. Von Vorteil ist es auch, wenn man selbst einmal Tischtennis gespielt hat oder noch spielt (dies muss nicht unbedingt in höheren Spielklassen sein), um ein Gespür für schwierige Spielsituationen zu haben. Viele dieser Eigenschaften prägen sich auch erst im Laufe eine Schiedsrichterkarriere durch Einsätze und Fortbildungen weiter aus. Außerdem müssen Schiedsrichter bereit sein, einen Teil ihrer Freizeit für ihren Einsatz aufzuwenden.
Weil vielfach zu wenige Schiedsrichter zur Verfügung stehen, üben einige Verbände leichten Druck auf ihre Vereine aus. Jeder Verein muss eine gewisse Anzahl an Schiedsrichtern stellen. Tut er dies, so muss er eine geringere Verbandsabgabe entrichten als Vereine, die keine oder zu wenige Schiedsrichter haben.
Viele Personen werden so über die Vereine mit sanftem Druck in das Schiedsrichteramt gedrängt und erledigen nach erfolgreich bestandener Prüfung nur ihre Pflichteinsätze. Andere dagegen bekommen mit der Zeit Spaß an ihrer Aufgabe, übernehmen mehr Einsätze als erforderlich und streben höhere Schiedsrichterweihen an.


2. Schiedsrichterausbildung

Nicht nur bei den Sportlern und bei den Turnieren, auch bei den Schiedsrichtern ist eine Tendenz zur Professionalisierung in den letzten Jahren deutlich erkennbar.
Oberschiedsrichter (englisch: referee) und Schiedsrichter (englisch: umpire) sind nach Definition der ITTF ein entscheidender Bestandteil eines Wettkampfes. Daher wurde im Jahr 2001 auch der Schiedsrichter- und Oberschiedsrichterausschuss (Umpires and Referees Comittee, URC) geschaffen.
Als Tischtennisschiedsrichter kann man international Karriere machen. Gerade junge Schiedsrichter haben gute Aufstiegschancen, denn ein Großteil der arrivierten Schiedsrichter ist bereits über 50 Jahre alt. Aber man muss auch einiges dafür tun, um ein guter Schiedsrichter zu werden. Man muss einsatzfreudig sein, sich ständig weiterbilden und die verschiedenen Schiedsrichterprüfungen ablegen. Ist man gut, kann man bereits im Alter zwischen 20 und 25 Jahren seine Prüfung zum internationalen Schiedsrichter ablegen.
Vom Schiedsrichterausschuss (SRA) des Deutschen Tischtennis Bundes sind die Prüfungen zum Verbandsschiedsrichter (VSR) und Bundesschiedsrichter (DTTB-SR) bundeseinheitlich geregelt. In einigen Landesverbänden stellt der Verbandsschiedsrichter die unterste Schiedsrichterstufe dar, gerade in den größeren Landesverbänden gibt es darunter noch zwei weitere Schiedsrichterstufen, deren Bezeichnung von Verband zu Verband unterschiedlich ist. In den meisten Landesverbänden werden sie als Kreis- und Bezirksschiedsrichter bezeichnet.


2.1 Kreisschiedsrichter

Um Kreisschiedsrichter zu werden ist ein Wochenendkurs zu besuchen, der mit einer relativ einfachen Prüfung abschließt. Darüber hinaus muss die Schiedsrichterkleidung erworben werden. Dies geschieht auf eigene Kosten, wenn sie nicht vom heimischen Verein übernommen werden.
Nach bestandener Prüfung muss eine jährliche Mindesteinsatzzahl absolviert werden. Zudem müssen in regelmäßigen Abständen Weiterbildungsveranstaltungen besucht werden.
Auch werden die Schiedsrichter dazu aufgerufen, die Regeln im eigenen Verein zu verbreiten.

Schiedsrichterwesen

2.2 Bezirksschiedsrichter

Nachdem ein Kreisschiedsrichter einige Erfahrung gesammelt hat, kann er die nächste Stufe anstreben, die des Bezirksschiedsrichters. Dazu muss er eine weitere Prüfung ablegen.
Auch der Bezirksschiedsrichter muss eine gewisse Einsatzzahl im Jahr absolvieren und regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen besuchen.


2.3 Verbandsschiedsrichter (VSR)

Nach einem Wochenendlehrgang kann die Prüfung zum Verbandsschiedsrichter abgelegt werden. Diese besteht aus einem schriftlichen Test, in dem 50 Fragen nach dem Multiple-Choice-Verfahren innerhalb von 30 Minuten beantwortet werden müssen. Darüber hinaus erfolgen eine mündliche Prüfung und ein Praxisteil.


2.4 DTTB-Schiedsrichter (DTTB-SR)

Um DTTB-Schiedsrichter zu werden, müssen die Kandidaten eine Prüfung vor dem DTTB-Schiedsrichterausschuss absolvieren. Die Prüfung erfolgt ohne vorherigen Lehrgang und ist etwas schwieriger als die Verbandsschiedsrichterprüfung. Etwa müssen ITTF-Regularien wie die international üblichen Handzeichen angewendet werden können.
Außerdem muss die Schiedsrichterkleidung bestehend aus Blazer, Hose und Krawatte auf eigene oder Vereinskosten angeschafft werden.
Zur Verlängerung der Lizenz ist die Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen (Wochenende) notwendig.


2.5 Internationaler Schiedsrichter (ISR)

Seit dem Jahr 1973 kann die Prüfung zum internationalen Schiedsrichter alle zwei Jahre abgelegt werden. Diese Prüfung wurde in den 70er Jahren eingeführt, um für alle Schiedsrichter ein international akzeptiertes Niveau zu schaffen.
50 Fragen mit einem erhöhten Schwierigkeitsgrad müssen innerhalb von 50 Minuten beantwortet werden. Die Regelkenntnis und ihre situationsgerechte Anwendung werden überprüft.


2.6 Internationaler Oberschiedsrichter (IOSR)

Eine Seminarteilnahme mit einer abschließenden zweistündigen schriftlichen Prüfung (kein Multiple-Choice-Verfahren) gehört zur Prüfung zum internationalen Oberschiedsrichter. Darüber hinaus müssen die Kandidaten einen einstündigen mündlichen Test in englischer Sprache ablegen und als Hausarbeit eine Turnierauslosung und einen umfangreichen Zeitplan erstellen.
Besteht ein Bewerber die Prüfung nur eingeschränkt, so kann er zumindest den Status eines Continental Tournament Referee erlangen.


2.7 Continental Tournament Referee

Über Einsätze auf kontinentaler Ebene kann sich der Continental Tournament Referee qualifizieren, um zu einem späteren Zeitpunkt doch noch die weltweite Lizenz des internationalen Oberschiedsrichters zu erhalten.


2.8 Blue Badge Umpire

Der Blue Badge Umpire ist eine Weiterqualifikation des internationalen Schiedsrichters. Hierzu ist eine Teilnahme am Advance Umpire Training (AUT) nötig. Dies ist ein eintägiges Seminar mit einer schriftlichen Prüfung, die ähnlich der Prüfung zum internationalen Schiedsrichter ist. Der Schwierigkeitsgrad ist aber deutlich erhöht und die Prüfung wird in englischer Sprache abgelegt. In einem 15-minütigen Interview soll der Blue Badge Bewerber dann unter Beweis stellen, dass er seine Entscheidungen angemessen und unmissverständlich in Englisch vermitteln kann.
Des Weiteren wird der Kandidat auf mindestens vier verschiedenen Veranstaltungen durch von der ITTF ausgebildete Beobachter bewertet.


2.9 Grafik Schiedsrichterausbildung

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3. Aufgaben

Zu den Aufgaben eines Schiedsrichters zählen unter anderem:
• die Prüfung der Spielbedingungen vor dem Beginn der Partie (Größe der Box, Netzhöhe, Zählgeräte, Lichtbedingungen, Wählchip, Karten, Zeitnahme)
• die Prüfung des Spielmaterials (ITTF-Zulassung der Beläge; eine aktuelle Liste findet man auf der Homepage des Deutschen Tischtennis Bundes: http://www.tischtennis.de)

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• Namen der Betreuer bei Einzelwettbewerben erfragen
• die Ballauswahl (wenn sie nicht einheitlich bei einem Turnier vorgegeben ist oder sich die Spieler nicht auf eine Ballmarke einigen können)
• die Aufschlag-, Rückschlag- und Seitenwahl zu Beginn des Spiels
• das Abstoppen der Einschlagphase (zwei Minuten); danach ist keine Beratung mehr erlaubt
• Ansage des Aufschlägers zu Beginn eines jeden Satzes
• die richtige Reihenfolge von Aufschlag und Rückschlags während des Spiels
• die Entscheidung über jeden gespielten Ballwechsel (Punkt oder Wiederholung)
• Tatsachenentscheidungen (regelgerechter Aufschlag, Netz- und Kantenbälle)
• die Unterbrechung von Ballwechseln (wegen Störungen)
• die Ansage und Anzeige des Spielstandes
• Einhaltung der Satzpause (eine Minute); Schläger bleiben dabei am Tisch
• die Anzeige der Auszeit (time out), Einhaltung der Länge der Auszeit (eine Minute) und die Wiederaufnahme des Spiels
• die Einführung der Wechselmethode (Zeitspiel) und das Zählen der Rückschläge
• Verwarnung von Spielern, wobei die gezeigten Karten an das Zählgerät gestellt werden
• und für einen ununterbrochenen Spielfluss zu sorgen
• Schiedsrichterzettel vollständig ausfüllen
• Zählgerät auf blank stellen
• eventuell Box aufräumen


4. Entlohnung

Einen Lohn erhält ein Schiedsrichter nicht, erstattet wird ihm lediglich der Mehraufwand, der ihm durch seinen Schiedsrichtereinsatz entsteht. Vielmehr muss er bei einer geringen Aufwandsentschädigung noch eigene Mittel aufbringen, um seiner Aufgabe nachzugehen.
So erhält ein Oberschiedsrichter in der ersten Bundesliga 26 Euro und ein Schiedsrichter 21 Euro.
Bei Turnieren auf Landesebene liegen die Sätze noch niedriger (circa 15 Euro). Dafür muss der Schiedsrichter den ganzen Tag in der Halle vor Ort sein und seine Tätigkeit ausüben.

© 2006 - 2012 by Marcel und Maurice Sillus